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Vom fremd gehen und fremd sein

Menschen, die fremdgehen, genießen oftmals Verachtung, was einem verständlich erscheint. Was könnte auch einen Menschen dazu bewegen, jemanden zu betrügen, den er liebt? Mit Vernunft hat es nichts zu tun, eigentlich geht es ja nur um die Lustbefriedigung, ganz simpel und banal. Daran ist nichts verwerfliches. Es ist als würde man, wenn man Hunger hat, aber nicht sein Lieblingsgericht zur Hand hat, eben eine andere Kleinigkeit essen. Zugegeben, der Vergleich hinkt.

Kompliziert wird es erst, wenn es nicht nur eine oberflächliche Erfüllung noch oberflächlicherer Bedürfnisse wird. Kurz: wenn Gefühle dabei sind.

In dem Moment, in dem ich ihn gesehen hab, schwanden die Gefühle für den anderen dahin. Und als ich ihn kennengelernt hab, wars gänzlich vorbei.

Der Betrogene wird meist als Opfer dargestellt. Auch das ist verständlich. Daher erscheint es auch umso unsinniger, zu fragen, wie es dem Täter dabei geht.

Man hat kein Mitleid verdient, aber das Wissen, dass ich das Leben und die Gefühlswelt eines Menschen, den ich zu glauben geliebt hab und die meine zerstört hab, ist ein Gefühl, dass man kaum jemandem zumuten möchte. Dieses geheime Wissen ist eine unterträgliche Last, die einen unfähig macht, den anderen anzuschauen oder gar zu gestehen, was passiert ist. Und auch sich selbst kann man nicht mehr anschauen. Wer ist diese Person im Spiegel? Dieses fremde Wesen, dessen Körper man hat und dessen Leben man lebt aber keine Beziehung zu ihm hat, nicht den kleinsten Zugang.

Man hat nicht nur einen "Lebensgefährten" verloren. Man hat den Menschen verloren, der einem ein Leben lang an der Seiten bleiben soll: sich selbst.

16.7.10 12:26


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