Gedanken für zwischendurch

 



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If you knew I was dying would it change you?

Es ist schwer einen Anfang zu finden. Der Alte taucht wieder auf, ist ganz und gar Element meines Lebens. Der Fremde bleibt immernoch fremd. Der Kuriose, nun ja. Er ist etwas..eigenartig, er scheint nicht zu wissen. Und um die Situation noch unüberschaubarer zu machen: ein längst Vergessener kommt zurück.

Ich dagegen versinke im Essen. Besser gesagt im Nicht-Essen. Daher auch Bauch- & schreckliche Kopfschmerzen. Schlafen ist zurzeit nur mit Tabletten möglich. Und den Alltag überstehen? Gute Frage, wie ich das schaffe. Heute bis kurz vor vier nichts gegessen. Aber Sport gemacht. Eine Stunde geschlafen. Dann gegessen. Eben noch Abendbrot. Auch recht mager ausgefallen.

Und morgen? Nuss-Sahne-Torte. Mein Untergang. Vielleicht streiche ich das Abendessen. Nein, ganz sicher: ich streiche das Abendessen. Denn zum Mittag gibt es zwei Gänge. Ich hasse Feiertage.

Ich frage mich, was ich wirklich will..

Den Alten wieder? Oder lieber den neuen Kuriosen?

Will ich mich umbringen, indem ich hungere? Oder will ich gesund werden?

Wenigstens auf letztere Frage kenne ich die Antwort. Alle bewundern meine Genesung. Was sie nicht wissen: ich bin nicht geheilt. Selbst wenn das Hungern mich nicht umbringt, so ist es mein Herz. Obwohl so gesehen das Hungern mich ja doch umbringt.

Ich merke, wie ich immer schwacher werde, mein Herz macht das nicht länger mit. Und auch sonst habe ich das Gefühl, bald wird etwas schreckliches geschehen. Mein Tod? Wäre es denn wirklich so schrecklich?

Vielleicht ist das, was danach passiert, so viel schöner. Ich denke dabei an dieses schöne Reich, was mir bei meinem ersten Ohnmachtsanfall eröffnet wurde. Das Licht war hell und stark und schön, es kam näher, die Dunkelheit verschwand allmählich. All der Kummer, der auf mir lastete, wurde weniger. Das Licht erfüllte mich. Und dann wurde ich wieder zurückgeholt, weil ich an ihn dachte. Doch nun gibt es uns nicht mehr. Würde er mich zurückholen, wenn ich ins Licht gehe? Wohl kaum.

Es gibt nichts mehr, was mich hält. Ob Hunger- oder Herztod, es ist meine Schuld. Es klingt zu übertrieben, zu dramatisch, aber ich muss sagen: ich bin bereit.

9.5.09 19:59


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Isoliert & frei

54 kg.

Nun ist die Zeit der Empathie & Höflichkeit vorbei. Ich stehe nun im Mittelpunkt. Sollen sich andere mit Liebe, Beziehung und Sex rumschlagen. Letzteres ist bei mir sowieso nicht mehr möglich, da ich durch die scheiß Magersucht anscheinend asexuell geworden bin. Aber bei dem Körper könnte ich mich auch nicht nackt wohlfühlen. Und außerdem müssten die ersten beiden Punkte erfüllt werden, und das ist zurzeit nicht drin.

Irgendwie ist es mir nun auch gleichgültig. Die Psychologin meinte, entweder es zieht mich in die eine, genesende Richtung oder die die andere, verschlimmernde Richtung. So oder so werde ich geheilt werden, entweder eigenständig oder durch fremde Hilfe. Gut. Ich gehe in die andere Richtung.

Sie hat mir Psychoanalyse vorgeschlagen.. Wäre vielleicht ganz nützlich bei mir. Aber andererseits.. Diese Krankheit, die Depressionen, dieses traurige Wesen. Das bin ich. Ich fürchte mich ein wenig vor einer Spontanheilung.

Was bin ich denn danach? Ein leeres Blatt? Ich kann meine Person nicht füllen (ich spiele nicht auf den Sex-mangel an). Was macht mich denn aus?

Das dünn-sein. Das nicht-essen. Das selbstverletzen.

Natürlich habe ich auch Nachteile durch "mich". Aber was ist schon vollkommen einfach?

Am meisten fürchte ich mich davor, viel zu essen. Mir kommt es vor, als könne ich das nicht steuern. Als bestünde ich aus zwei Ichs: das eine will dünn sein, das andere will essen. Zurzeit ist das erste Ich an der Macht. Sein Gegner hat sich schon länger nicht blicken lassen. Aber was heckt er aus? Wann will er wieder die Macht ergreifen? Ich hab tatsächlich wahnsinnige Angst. Und das Wort "wahnsinnig" passt.

13.5.09 18:22


Disziplin & Verzweiflung

Hab das Abendessen gut überstanden. Ein gewisser Ekel begegnete mir dennoch. Und wenn ich an mein Gewicht, meinen BMI und meinen Körper denke, wird mir erst recht übel.

Ich habe noch viel vor mir, bis ich mein Ziel erreicht habe. Ein Ziel, das ich so genau garnicht kenne.

Morgen schreibe ich Klausur. Ich hab noch nicht gelernt. Brauch ich auch nicht, weil ich gut genug in diesem Fach bin. Klingt eingebildet, aber das ist die Wahrheit.

Irgendwie muss ich diese ekelhafte Nahrung aus mir herausbekommen.

Die Menschen, die ich so sehr geliebt habe, hasse ich nun auf gleiche Weise. Sie ekeln mich auch. Ihr Wesen, ihre Existenz - es ekelt mich.

Wenn diese die bestmögliche aller Welten ist, wie müssen dann nur die anderen sein?

13.5.09 20:12


Sensibel sein

Ich habe es heute gewagt, wieder normal zu essen. Auf meinen Hunger gehört. Und was macht meine Mutter? Fragt mich, warum ich wieder so viel esse.

Ich esse heute nichts mehr.

Ich fühl mich jetzt noch schmutziger, als ich es sowieso tun würde, nach dem essen. Aber nein, sie musste ja unbedingt mein Unwohlsein verstärken. Ich denke sogar wieder daran, es zu tun. Nur ein kleiner Schnitt. Wen interessiert das schon, ob ich mich schneide. Solange ich Armbänder trage, ist es nicht das Problem anderer.

Morgen Sportunterricht. Ich werde mich verausgaben. Ich werde diesen verunglückten Versuchen von Menschen zeigen, zu was ich fähig bin. Nicht nur sportlich, sondern auch was das Gewicht betrifft.

Die Ärztin meiner Mutter schien es im Gefühl zu haben. Ich sollte tatsächlich nicht auf diese Welt kommen.

14.5.09 20:05


Wache Müdigkeit

Ich kann mal wieder nicht schlafen.. Und die Tabletten habe ich erst zu spät genommen. Schneiden werde ich mich nicht. Ich schaffe das schon,ohne schneiden.
 
Jetzt macht mich auch noch so einer an. Na klasse. Der Abend wird immer besser. Und der "Alte" meldet sich auch wieder. Nur der Neue bleibt auf Distanz. Wo ich mich doch gerade nach ihm sehne..
 
Sinnloser Murks, um die Zeit. Meine Mutter hat geweint, der Spruch tat ihr leid. Gute Nacht.
14.5.09 22:55


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