Gedanken für zwischendurch

 



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Rastlos

Man sucht sich ein Ziel. Man tut alles, um dieses Ziel zu erreichen. Irgendwann dann erreicht man das Ziel, man kostet den Moment aus, ja, wahrhaftig, nur ein Moment bleibt einem. Man saugt alles aus diesem Moment heraus, bis nichts mehr bleibt. Und dann? Dann sucht man sich ein neues Ziel, denn das alte ist bereits erreicht, es hat keinen Reiz mehr. Und dann geht es wieder von vorne los..
 
Man sucht sich Ziele wie Gewichtsverlust, ein bestimmter Notendurchschnitt oder irgendetwas anderes greifbares. Manchmal sind es auch Menschen. Man zerstört, aus Eigennutz sozusagen, das Leben dieses Menschen. Denn man saugt diesen Menschen aus, hat man ihn erst einmal für sich gewonnen, und dann lässt man ihn fallen, vernichtet ihn. Und ebenso sucht man sich ein neues Ziel. Doch dieses Ziel ist das schönste, reinste und beste, was man je hatte. Was macht man nun? Gibt man sich dem hin und läuft Gefahr, das Beste zu vernichten? Oder verzichtet man auf den Genuss dieser Reinheit, dieser puren Schönheit, um eben jene zu erhalten? Es stellt sich die Frage: Gebe ich mich auf oder gebe ich ihn auf?
 
Welches Leben wiegt mehr?
1.2.09 10:43


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Unsterblich und eiskalt

Ich denke, ich bin süchtig nach ihm. Von ihm geht eine kosmische Kälte aus, die einen ganz und gar anzieht. Dieser Blick, so durchdringend und sanft zugleich. Seine Lippen, blutrot und wunderschön.. Ich verliere mein Gleichgewicht, wenn ich ihn sehe, mir wird schwindelig und alles um mich herum verschwindet. Und dann. Dieser Duft. Als würde ich ihn nicht schon ohnehin verehren, nein, hinzu kommt dieser Duft, der mich anzieht und vollkommen vereinnahmt. Ich bin verliebt, war es immer gewesen, unterdrückt und unbewusst.. aber ich war es, unsterblich verliebt.
 
 Und nun zum Essverhalten.. ab und zu kommen die Fressattacken wieder, aber ich schaffe es, abends nichts zu essen, sodass ich lediglich meinen Tagesbedarf an Kalorienabdecke, und nicht mehr als nötig. Und trotzdem hasse ich mich dafür. Ich merke, es wird schlimmer. Aber das ist nicht schlimm. Ich fühle mich tot, bereit zu gehen, trotz des Verliebtseins. Kalt, leer und leblos, einer Leiche gleich.
Das einzige, was mich am Leben hält, ist der Gedanke an das wunderschöne Wesen, welches mir jeden Tag begegnet und mich schwindelig werden lässt. Doch das alles ist so hoffnungslos, dass auch nun der Grund zu sterben droht und somit drohe auch ich, zu gehen, zu verschwinden..
 
Hinzu kommt die Krankheit, morgen gibts die Ergebnisse.. Und wenn nicht, so Erfolgen weitere Tests, die dann entweder darauf hinweisen, dass ein gewisser Mensch mir fremdgegangen ist oder ich Krebs habe. Und wenn diese Tests negativ sind, so komme ich ins Krankenhaus um mich von oben bis unten untersuchen zu lassen, bis endlich jemand den Grund für meine eigenartigen Symptome entdeckt, die Quelle allen Übels..
 
LauteStille 
3.2.09 21:35


Untergegangen

Es ist unglaublich, wie sehr man seine Stimmung von anderen abhängig macht. Sehe ich ihn, so geht es mir gut, tu ich es nicht, so geht es mir nicht gut. Im Gegenteil sogar, ich fühle mich dann, als wäre die Welt untergegangen, nur ich wäre noch am leben, ganz allein, zurückgelassen in dem Chaos. Hilflos.
Testergebnisse sind da. "Sie müsste mehr Fleisch essen, sie hat starke Mangelerscheinungen". Ich bin Vegetarierin? Das sieht man nun auch in meinem Blut. Aber sonst, keine Ergebnisse. Also geh ich morgen zum Arzt und lasse mich untersuchen. Irgendetwas muss es ja sein. Und ich habe im Gefühl, es ist nichts gutes.
Wieso muss alles immer so sinnlos sein? Sinnlos ist das falsche Wort.. Oder vielleicht ist die Frage falsch gestellt. Wieso hat so vieles so wenig Sinn?
 
Ich kenne nichts in meinem Leben, was Sinn macht.
 
Essen wird übrigens immer weiter schlimmer. Heute um die 1000 kcal, aber das wars dann auch.
 
Ich will gehen, lasst mich doch einfach gehen..
4.2.09 16:45


Das Ende

Eigentlich gibt es nicht neues in dem Sinne. Nur, dass die Liebe noch hoffnungsloser scheint. Gerade zu aussichtslos. Vollkommen ohne jegliche Anspielung auf mögliches Glück. Aber damit kann man sich abfinden. Es ist leicht, es tut nur weh.
 
Es ist auch leicht, einen Menschen, der anderthalb Jahre das Zentrum meines Lebens war, aus meinem Gedächtnis, aus meiner Gefühlswelt, ja aus meinem ganzen Leben zu streichen. Ich habe es gewiss nicht verarbeitet, aber ich habe eine Art der Gedankenkontrolle gefunden. Auch Gefühlskontrolle. Ich weiger mich, an ihn zu denken, und so bleibt mir jede Art von Trauer erspart. Ich bin kalt und gefühllos geworden. Und dennoch denke ich die ganze Zeit an einen anderen. An jemanden, der mich nicht liebt, von mir keine Kenntnis nimmt. Vielleicht ist es eine Bestrafung. Bestrafung dafür, dass ich mit dem einen so schnell abgeschlossen habe. Eine Bestrafung dafür, dass ich zu keiner Gefühlsregung mehr fähig bin, dafür, dass ich lebe. Mein größter Fehler wird mir Tag für Tag wieder vorgehalten. Ja, ich lebe noch..
7.2.09 11:02


Fett

Ich bin fett. Bestimmt 57 kg schwer. Ich habe oft gesagt, das ändere sich nun, ich werde nie wieder viel essen usw. Ich habe auch oft gesagt, dass ich es bereits oft gesagt habe und nun alles anders wird. Und ebenso geschieht es diesmal. Mir ist klar geworden, dass Essen nichts für mich ist. Und dass es mir gewisse Probleme eröffnet. Abgesehen natürlich davon, dass ich meine Lieblingskleidung nicht mehr tragen kann, scheint es mir auch in der Liebe ein Beinchen zu stellen.
Die Grundpfeiler meines zukünftigen Daseins werden das Nicht-Essen und die Schule sein. Ich werde versuchen, nicht mehr als 1500 kcal am Tag zu mir zu nehmen und ich werde viel für die Schule tun, damit ich vom Essen abgelenkt werde. Dies ist ein guter Zeitpunkt, da ich sowieso meine Facharbeit schreiben muss und viel zu viel Zeit für Freizeitaktivitäten (unter anderem auch für Essen) draufgeht. 
 
Es ist die richtige Entscheidung. Ich weiß das. Nun fehlt nur noch die Disziplin, das Durchhaltevermögen, Courage.
 
Motivation hab ich genug. Mein Körper allein zeigt mir, dass Nahrung schlecht für mich ist und nur darauf wartet, mich fett und schwabbelig und eklig zu machen.
Außerdem liefert auch er mir einen Grund dazu . Nicht, dass er direkt dünne Mädchen bevorzugt. Aber alle Mädchen, die er nett oder toll findet, sind zufälligerweise dünn bzw. liegen unter dem Normalgewicht. Und ich? Ich bin normalgewichtig. Und mich? Mich findet er nicht toll. Ich bin Luft. Unsichtbar. Weil ich dick bin, dick und unauffällig.
Aber das wird sich ändern. Ich werde Luft, ich werde unsichtbar, weil ich so wenig wiegen werde, dass ich nur noch mit Luft vergleichbar bin. Schwerelos wird mein Körper vor seine Augen gleiten und er wird sich fragen, warum er mich nicht schon vorher gesehen hat. Und ich werde mich fragen, warum ich erst so leiden musste, damit er mich sieht.. Aber es wird sich lohnen.. Ich werde wenig sein.
 
LauteStille 
9.2.09 22:53


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