Gedanken für zwischendurch

 



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Normal.

Man stelle sich vor, jemand rappelt sich dazu auf, sich helfen zu lassen. Man telefoniert durch die halbe Welt, gelangt schließlich zu einem Facharzt für Psychiatrie. Irgendwann kommt dann also der Tag, an dem man tatsächlich dort hin geht. Leichtes Lampenfieber macht sich breit. Was soll ich sagen? Was wird er fragen? Was werde ich antworten? Was wird er sagen? Dann erzählt man. Man kämpft dabei mit den Tränen, fühlt sich nackt und armselig. Völlig bloß gestellt. Man zeigt seine aufgeritzten Unterarme, seine verletzte Seele und offenbart Selbstmordversuche.

Was bekommt man dafür? Nun ja, abgesehen von einem weiteren (eigentlich unnötigen) Termin, bekommt man gesagt, es sei normal. Jeder habe das in der Pubertät. So so. Nun stelle man sich vor, wie jeder Jugendliche morgens aufsteht, sich im Spiegel betrachtet, über den Hass sich selbst gegenüber nachdenkt, sich fertig für die Schule macht, sich vor dem Frühstück drückt, den ganzen Tag ans essen bzw. nicht-essen denkt, überlegt, ob heute ein Tag ist, an dem man sich umbringen soll oder nicht, nach der Schule nach Hause kommt, kaum was isst, Hausaufgaben macht, an jenen aber verzweifelt, weil wieder dieser Suizid-Drang den Kopf füllt und Schere und Rasierklinge einem freundlich zublitzen, abends dann entweder nichts oder wahnsinnig viel isst (was dann das Trinken von Essig, die Einnahme von Abführmitteln, Erbrechen oder Selbstmordgedanken zur Folge hat), sich ins Bett legt, 1 Stunde weint, weil der Hass sich selbst gegenüber einen überfordert und dann vor Erschöpfung einschläft.

Das ist normal?

3.12.07 16:10


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Neustart.

So vieles ist in letzter Zeit aus dem Ruder geraten. Abgesehen von meinem täglichen Kampf und einigen Komplikationen mit dem, was mich hält, gibt es bald wieder ein Familientreffen.

Meine Gedanken, was meine Sucht, meine wunderschöne Magersucht, angeht, werden immer extremer und ich mache mir selber angst. Meine Mutter schlägt eine Klinik vor, mein Vater macht sich sorgen und ist nicht mehr nur mein Erzeuger sondern wirklich mein Vater. Die Mutter meines Freundes macht sich ebenfalls Sorgen. Ist das genug? Niemals.

Eine wunderschöne Zeit wird nun auf mich zu kommen, ein Neustart beginnt und der Startschuss wurde so eben abgefeuert! Und - denn irgendetwas muss man sich ja gönnen - ich habe mir eine neue Stelle ausgesucht. Die Rasierklinge liegt schon wartend in der Tasche. Die neue Stelle ist so wundervoll und untypisch. Wie kann man sich nur auf so etwas freuen?

Frohe Weihnachtstage..

Hatte ich erwähnt dass das Selbstverletzen genau um diese Zeit angefangen hat? Wie herrlich, gerade um so eine Zeit..

6.12.07 19:49


Veränderung.

Alle verlangen Veränderung. Mehr essen. Öfter die Initiative ergreifen. Netter sein. Manchmal frage ich mich, ob es überhaupt etwas Gutes an mir gibt. Klar, überzogene Reaktion, aber bei so vielen Forderungen (nein, die da oben waren nicht alle..) kommt mir solch ein Gedanke.

Ich frage mich, wie ein Leben ohne Depression und ohne Essstörung wohl aussehen mag. Purer Luxus eigentlich. Und erst die Selbstmordgedanken! Die wären ja auch ganz weg. Dennoch bevorzuge ich mein Dasein. Es ist was besonderes. Die anderen sind normal. Normal nicht-depressiv. Normal nicht-essgesört. Normal nicht-suizidgefährdet. Ich bin das Auto mit 6-fach-Cd-Wechsler, das keiner bestellt hat, und trotzdem diese ungewollten Extras hat. (Kleiner Insider-Witz, das mit dem 6-fach-Cd-Wechsler, trifft die Situation aber auf den Punkt).

22.12.07 22:34


Von Motivation, Hindernissen und einer Liebe.

Auch wenn ich ihm versprochen hab, es zu versuchen, weiß ich, dass ich es nicht kann. Ich bin einfach nicht fähig dazu. Eben diese Gewissheit, nichts ändern zu können oder gar zu wollen, verdecke ich mit meinen Versprechen. Natürlich ist das nicht richtig, aber was soll ich sonst machen? Meine Unfähigkeit und mein Körper geben mir Tag für Tag die Motivation die ich brauche, um meinen 'Plan' durchzuziehen.

Mir ist übel bei dem Gedanken an Essen. Ich habe versucht heute Abend zu essen. Er meinte, ich solle es ihm zuliebe versuchen. Ich habe es versucht und bin gescheitert. Der Geruch und der Gedanke an Essen ließ eine solche Übelkeit in meinem Körper los, dass ich kaum klar denken konnte. All meine Konzentration verschwand, nur wegen dieses Geruches. Ekelhaft. Hatte ich eigentlich erwähnt, dass ich kein Fleisch mehr esse? Ich bin keine Vegetarierin, ich esse einfach nur kein Fleisch mehr.

Mir ist immernoch übel. So übel, dass ich kein Wasser trinken kann. Das hat zur Folge, dass meine Kopfschmerzen weiterhin bestehen. Diese sind durch Dehydration entstanden. Teufelskreis? Jep, mal wieder.

Morgen ist Weihnachten und ich habe das Gefühl, es wird das schlimmste Weihnachten seit langem. Oder das schlimmste Weihnachten überhaupt. Letztes Jahr zu Weihnachten haben die Depressionen angefangen. Hey, meine Depressionen können bald Jubiläum feiern!

Ich denke, ich sollte schlafen gehen. Mich etwas in meinem Selbstmitleid suhlen, meine Bauchschmerzen fasziniert ertragen und mich dabei über jeden schmerzenden Knochen freuen. Nein, wie abartig.

Gute Nacht, frohe Weihnachten!

LauteStille

23.12.07 23:31


Eine Grenze und 2 Lieben.

Kleine Schrift. Aber man gewöhnt sich daran, oder?

Ich hab die Grenze überschritten und ich find es toll. Auf der anderen Seite ist es soviel besser, schöner, leichter.

Ich habe stark abgenommen, sehe wieder mager aus. Jedoch magerer als zuvor. Ich habe die Lust am Essen verloren. Diese Lust hatte ich schonmal verloren, jedoch nie an Schokolade bzw. Süßigkeiten. Nun schon. Obwohl ich merke, dass ich nicht mehr soviel Kraft und Ausdauer habe wie vorher, fühl ich mich stärker als je zuvor. Ich fange an, diesen Zustand zu lieben. Ich genieße ihn nicht nur, nein, ich liebe ihn.

Somit gibt es 2 Lieben in meinem Leben.

29.12.07 20:29





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